Sturm der Urdyaden.
Vierter Teil.
Zu ehrlich gesprochen.
Hast du’s genossen? Du bist geflohen.Hab mich versprochen.
War ich zu offen? Besser wär’s gewesen gelogen!Mich rar zu machen sollt’ dich verführen?
War dir zu nah. Du bist geflohen!Wolltest’s nicht wissen, sollt’ dich nicht berühren;
ich mein’ deine Gefühle!Als die frühen Menschen, ihre Macht erkannten,
denn sie waren gezweit, noch Urdyaden.
Stürmten sie zum Olymp, getrieben von Stärke,
fühlten sich den Göttern gleich, war’n voller Liebe.Im Ungewissen lebst du noch,
und mit Gewissheit triebst du mich fort.Zu viel gezeigt und offenbart:
bebende Herzen führ’n dich in Not.War zu nett, so oft zu lieb?
Zu ungestüm? - ein Herzensdieb;beim nächsten Mal: kämen wir uns nahe,
ich schieß’ dich um, wirst du zersiebt!Zeus sah sie stürmen, überheblich im Eifern,
da gab er den Befehl sie zu entzweien.
Zerrissen in Teile, verteilt auf der Erde,
schmachteten sie, sich wieder zu einen.Unsren Liebespfeil zogst aus der Brust,
aus Angst;
und triebst Amor’s bleiernen ihm selbst in’s Herz,
aus Furcht.Gibt’s da denn welche, nebst Angst und Zweifel?
Gibt’s nur jene, die dich zerreißen?
Die andere forttreiben?Sprachst so ehrlich im hin und her,
so unbeschwert, doch für mich leer.Dich wirft die Klarheit an’s Weltenende,
du spricht durch Blumen, hältst so alle Hände.Frag’ ich dich, was du nur fühlst? - sag mir nur eins!;
- keins.Wollte stürmen mit dir als Blutdyade,
wildernd und schreiend, räubernd und heischend.
Doch uns hielt Zeus nicht fern,
denn er wusste wie’s dich treibt in deinem Leid.
Was uns trennte fiel von dir herab:
deine Blümchenranken;
für mich - uns! - waren’s Todespranken.So irrten sie ewig, kraftlos und leer,
sehnten sich nach ihrer Seele;
dem Partner, den sie einst verloren,
selbst wenn sie ihn fanden!,
nur kurz mit ihm geborgen.Wenn du genießt, brauch kein Zeus uns entzweien.
Hältst noch alle Hände, doch sind’s nur fremde.
So fern in der Welt, du flehst im Innern,
im Blümchennebel verwächst dein Wesen;wenn du genießt, hältst noch jede Seele,
willst keinen loslassen, dich nicht entscheiden,
auch nicht vereinen.Wenn du genießt, -
Amor weint um dein Treiben;
getroffen durch sein eigen Blei:
entzweist, entfachst,
uns, und jedes Liebesleiden.Der Köcher des Eros.
Dritter Teil
Du sprichst mutig, wortbedächtig.
Redest weiter - offenherzig? - zu dir selbst und so zu andern?
Bewunder’ das, was aus dir fließt, ja in mir liegt, doch nicht rausdringt;
will’s jemand hören? Wird’s dich zerstören?
Dich kümmert’s nicht, du sprichst, ich höre.Strömt es aufrecht durch deine Lippen?
berührt mich tief, ein schönes Beben;
lässt meine Ehrlichkeit mir nicht mehr nehmen.Nimm meine Zweifel! Gib Sicherheit!
Das was mich teilt und uns entzweit,
zerreiß die schmerzlich’ Ungewissheit!Eros, knabenhaft und geschwind,
wirkt schmächtig im großen Götterolymp.
Doch wer ihm spottet, ihn verkennt;
dem spannt er Sehne, zeigt seine Kunst.Doch merk’ ich dann, dein ehrlich Klang,
hast nicht durch Klarheit aufgespannt.
Was kaum gesprochen, bereits morgen vergessen,
bist ehrlich in dei’m Ungewissen.Er trägt da zwei: die Liebespfeile,
erklingen dein Lieben und dein Flehen.
Verliebst dich, rennst und jagst da munter,
dem Getroffenen nach voll Hoffnungskummer.Trifft Amor’s Pfeil dich nicht im Herze,
sollst du verbluten an dem Schmerze
meiner verloren Hoffnungsliebe;
soll Amor dich mit Blei durchsieben!Süßer Schmerz aus Sehnen und Verderben,
aus Verlangen und Zerbrochen-Werden;
hab Geduld, die hab ich nie; mich verlangt’s, es dürstet tief.Die zweiten sind bleierne Hiebe,
zerstreuen sie heitere Liebe.
Alsdann frei von Zärtlichkeit,
kein Bedürfnis, kein eigen Leid;
doch wer dich liebt, ist dann verloren,
denn du spürst nichts;
der Liebende nur Hoffnungslosigkeit.Strahlt des Ungewissheit’s Schmerz im Hoffnungsschimmer;
wie könnt’ ich nur fragen: bleibst du für immer?
Erschräk’ dich wohl mein tiefes Flehen -
du bleibst, gehst ohne Wort; ich halt und stoß dich fort.Was könnt ich tun, nur dir zuliebe,
damit du bleibst, fühlest dich nicht fortgetrieben;
hier wohl behütet, munterfroh,
tanzt mit mir, ruhst in meinem Schoß.Amor, du Leid, wo bist geblieben,
hast die falschen mir durch’s Herz getrieben!
Komm zurück!, greif noch zum Köcher!,
und feg’ die andern auf mich nieder!
Du kommst alsbald, ich blute fein,
mein Gefühlsreigen zerlöchert
schwindet aus Herz und Leib.Aphatisch ruhig, fast seelentot;
ohne Hoffnung, doch ohne Not.Freie Liebe.
Zweiter Teil
Kein kleiner Tiger, durch Blümchen verborgen!,
der Schmerz wiegt bereits in deinen Wogen.Du sprichst verblümt, dringt nichts hindurch,
keine Worte auf meinen Wunsch.
Aufrichtig gesprochen, so offen-herrlich;
doch tausend Worte verhüllen was du willst
so sehr und erwiderst, hin mei’m Begehr.Sie schmücken dich, bist prächtig fein;
pastellrot und meeresblau, sonnengelb und pflanzengrün,
für dich sind alle Farben eins; - und alle Geliebten gleich. -
Ich wünscht’ du trägst mein Hoffnungsbeben!,
doch schreckst zurück vor zu viel Nähe.Kannst nicht ruhen, willst nicht gehen,
mit nur einer Seele durch’s Leben.
Offen für jeden, liegt dir jeder ergeben
in deinem Schoß; nährt’s dein Begehren!Rinnt Unsicherheit aus deiner Einsamkeit
und deinem Bangen, drum bittest um alles:
nur Freundschaft, nur Liebe, willst alles zusammen!Willst keinen verlieren und keinen verletzen,
du zierst dich dein Selbst zu erkennen,
mal was zu riskieren;
greifst noch nach uns allen, halten wir deine Hände,
doch wir spüren kein Beben,
weder Leben aus deiner Seele.
Laufen dir nun davon - uns treibt unser Sehnen!,
und zerpflückten dich, das Blümchenwesen.Frei von jedem, ungebunden;
erfährst nichts, doch fühlst dich frei.
voll Bindungsangst im Liebestreiben,
von zweien geliebt, so mich verkannt.Blümchentatze.
Erster Teil
Eine kleine Löwin, verborgen
unter einem Kranz aus tausend kleinen Blumenblüten,
die da ranken nebst deinen Augen zerbrechlich-sanft entlang;
sich ineinander windend ihrer Schönheit entblößen,
noch die deine verzieren, doch dein Wesen verhüllen; -drum nur zuweilen deine frühlingswarmen Augen,
meinem Blicke ergeben sind!- dann schwärme ich, ganz hingerissen, in deinem Haschen.
Doch gefangen gleich zwei Herzschläg’ zulang!;
mit einem Hieb zerkratzen deine kleinen Krallen
mein noch von deiner verstohlen’ Seele gefesseltes Verlangen,
und hinterlassen sanft herzblutenden Schrecken in hoffender Spannung.So ist es wohl geschehen;
begegnen und erfühlen einander verstohl’ne Seelen.Ampullenglück.
Ein kurzes zischen, Gas entweicht - wieder Ruhe, wir werden bleich!
8g reines N2O durchströmt die Lungenkapillare, farblos, süßlich-schmeckend,
und mit jedem Herzschlag näher zur Blut-Hirn-Schranke gepumpt.
Stickoxide rennen unverhindert durch die Pforten,
breiten sich aus und lassen die Gliedmaßen kribbelig fühlen.Nur wenige Sekunden unaufhörliches Toben und Sausen,
bis die ganze Wahrnehmung in dissoziative Zustände zerfällt.Echo! Echo! Echo!, hämmert es!, wie sich jeder nach innen drängende
Ton in Sekundenbruchteilen 200-fach im Geiste wiederholt.
Ein fortwährendes Zirkeln, brausend-laut, ergreifend-schnell,
alle Sinne übertönend, schreit jede weitere Sekunde sich selbst
überlagernd das ehlendfache aller eindringenden Klänge die Ohren voll!Echo! Echo! Echo! Der Körper gerade noch euphorisiert,
gerät in narkotische Zwischenwelten und gräbt sich schwer in den Sessel.Dein Name! Name! Name! erfüllt mein Denken; bleibt nur wenig Raum für anderes, auf dass dein lähmender Name! Name! Name! alles niederstreckt.
Atemverloren erstarrt mein Körper, und dein Name! Name! Name!
heischt als letzter Reiz verhängnisvoll meinen Geist zugrunde.Adagio der Gefühle. Oder: In der Tiefe.
Worte wehen über die Meeresfläche,
brausend, geschrieen, bedächtig, geflüstert.Gefühle ihr nahe legen sich sanft,
säuselt nun der Wind behaglicher.Aus Wellen wird Schweigen; und ein Blick in die Tiefe gelingt.
Doch folgen nicht alle Gefühle den Worten so schnell wie sie fließen.
Von unbekannten Wasserwirbeln begleitet,
kreiseln Gefühlsspiralen dort unten nur behutsam verbundener.In flüchtiger Anmut blitzeln Funkelstrahlen gen Licht;
alsbald wieder in sich selbst umgeben.Demian.
Zieh’ mich in deine Sphäre, o, köstlicher Demian!
Nimm mich aus der hiesigen und verwickle mich in deinen Strom.
Versunken im berauschenden Sog verlasse ich die mich umgebende Welt.Mein betäubendes Gedankenkreisen versickert im fesselnden Reißen,
doch bahnt sich ein Funkeln nach oben wie der Anglerhaken dem
Meeresgrund entgegentreibt.Kein Haken. Kein kleines, feines Stück Metall, welches sich irgendwo festhakt.
Ein funkelnder Trieb! Ein tiefes Verlangen! Eine Sehnsucht!Tausend Seelen schmachten vor den Eisengittern,
erblicken und fühlen das Dahinterliegende;
so unterträglich greifen deren Hände hindurch, so unereichbar verloren.
Du drückst dich in mein Herz, doch abwehren muss ich dich,
bevor du mich zerfrisst, o süßer Liebeskummer!Die Welt ist weniger verblasst, ich nehme sie nur nicht mehr wahr.
Ergreifen will sie mich, doch weiche ich aus.
Ab und an ein Herzensmensch; er bringt den Schleier zum Fall
und ich lächle zurück und erwache - aber nein!Du verblendest das Unerträgliche. Lass dich verwickeln.
So tief und fern, sinnig und abyssisch.Glanzvolle Frechheit, du bist ertrunken in Schwermut!
Meine erstickenden Gedanken wurden
in einen verkleidenten Strom gehüllt.
So schnell durch meine Windungen treibend,
bis Gedanken nicht mehr greifbar werden.
Zu schnell um sie fassen zu können.
Ein Wasserwirbel,
dessen Tropfen
zu Stromschnellen wurden.
Alles Einströmende zerreißen sie mit seichter Ignoranz.Wilde Frechheit! Wo treibst du?
Zu einem Gedankenmeer in ach so schöner Melancholie gefärbt -
angenehmer als das stürmische Wirken aus
dem Zappeln in meinem nun scheuen Treiben, in Beklommenheit gebadet,
und dem Unwissen deiner Gefühlsregungen, so verschwommen nebulös.Der Gedankenstrom gräbt Furchen in mein Gemüt.
Gedankenverloren streifen meine Augen durch den Raum, bleiben bei Menschen hängen - doch blicken sie zurück, ziehe ich mich vondannen,
noch bevor das Gefühl derer Blicke mich durchdringt.Schutzgebender Gedankenwirbel.
Blicke weg! Nur ein Zehntel einer Sekunde, bis die Seele dem Blick folgt.
Zuvor; entrinne! Flieh’ im Geiste davon!,
als wärest du deiner Spiegelwelt vollends verfallen.
Durch halbverspiegeltes Glas blicke ich bis zu jenem Moment,
in dem es sich bei Berührungen der Menschenschar blitzartig verschließt.
Nichts dringt nach irgendwo - alles an mir vorbei.Ab und an eilt das Gefühl dem Blicke voraus - die Atmosphäre scheint durchdrungen vom argen Duft. Ich spüre es und entkomme sogleich,
durch unverweiltes Vondannenschreiten.Ein umnebelter Mensch schwebt durch die Welt.
Im Äußeren zu reizlos um ihn wahrzunehmen.Der Himmel hat sich zugezogen.
Keine Wolken; nur ein einziger Ozean -
regnet sich still, Tropfen um Tropfen nieder.Herzergreifend.
“And never did i think that i …
would be caught in the way you got me”Abermals schreibe ich nachdem wir uns sahen völlig verschoben
das Chaos nieder. Begreifen fällt schwer und so weiß ich nicht
wie du es schaffst, dies in mir auszulösen.Schnellen so manche Lieder unseres Abends durch meine Ohren,
ersingen Panic! den Punkt. Da ist er, der Punkt, den Du erwähnt hast.
Doch vor diesem fehlen zu viele Sätze, die ihn naheliegend machen würden.
Ein Lückentext, dessen Aussparungen du erzeugst.In eine heiter, nicht greifbare Zwischenwelt hast du mich entführt. Ob Du nun neben mir stehst, weiß ich nicht. Vielleicht warst du nur kurz hier und bist
dann wieder verschwunden. Doch meine Zutrauen wächst zu schnell
als dass ich verstehen könnte.Die anfänglichen Zweifel des Entweder-Oder,
von berührend oder anziehend,
fesselnd und fern oder nah und ungreifbar
sind schneller zerfallen als ich dieses Gewirr in Worte fassen konnte.Du schaffst es mir meine Gedanken fortlaufend, doch gemach zu entlocken
als wären sie auf einer dünnen Schnur aufgefädelt, die jeden Moment
reißen könnte. Kinderleicht ergreifst Du unter listigem Lächeln
im Wechsel beider Hände mein Gedankenband und bringst Antworten
auf deine Fragen hervor, von denen ich keine Spur ahnte.Nun stehst Du vor mir, über meine ausschweifende Art schmunzelnd, mitmachend, ja!, alles noch genüßlich zur Spitze treibend!
Zugleich meine Welt betreten, verweilst Du sanftmütig-mitfühlend und lässt meine im Draußen kreisenden Gedanken schwirren, während Du mich einfängst und zu einem Ort ziehst, der etwas Liebliches ausstrahlt.Sei es der Post-Party-Rausch oder aber die allzu
wache Nacht mit Dir - ich sinne zwischen rauschender Müdigkeit
und verrückter Lebendigkeit über Dich und Deine wild-beruhigende Art.Du kitzelst Gleichmut in mir hervor, und so durchzieht mich eine ungewohnt eigentümliche Faszination für Deine herausfordernde, treibende und mich einnehmende Art, in der Du es herzgewinnend schaffst, die auch in Dir wohnende Schwäche zeigen zu können.
So weile ich in diesem Dazwischen; einem immer stärker werdenden Gefühlsstrudel, umgeben von einer versöhnenden Ruhe. Ein Wirbelsturm dessen Auge nicht das windstille Zentrum, sondern das in mir pulsierende Aufflammen aus dem Wirken von Wirrwarr und Zuversicht innehat.
Nicht ganz bei mir, nicht ganz bei dir - und so bin ich hin und weg;
spüre diese erwärmende Gelassenheit,
während wir zur klaren Nachtluft die Straßen entlang laufen.Immer noch im Gestern versunken - gedankenkreisend in meiner Verwunderung, was das zwischen uns war, ist und werden kann.
Dein Odeur, noch zu komplex und wirr,
doch diesen zu erhaschen, mich verführen lassen;
eine langwährend tiefe Ruhe spüren,
die mich neben Dir liegenbleiben lässt.9 Monate.
Neun ist die Zahl, nach der es enden könnte.
Noch ein dreiviertel Jahr, in denen wir uns sehen,
nur wenige Meter nebeneinander laufen
und es schwer wird uns einen Schritt aufeinander zuzubewegen.Neun, und danach wird es aufhören. Kann es aufhören. Soll es aufhören?
Was sich zwischen uns befindet, sehen wir nicht recht.
Etwas trennt uns. Nicht uns. Dich und mich, vom Wir.
Die Lebendigkeit ist verschwunden, unterbrochen.Der spontane Funkenschlag.
Lauschen.
Ich höre dir so gern zu, dem zarten Stimmenklang deiner Seele,
während du vom Lebhaften oder von Traurigkeit ergriffen erzählst.Selbst wenn ich erzähle und du lauschst,
höre ich deinem aufmerksamen Schweigen zu.Dann liegt deine Wachsamkeit auf meiner Seele,
und ich genieße dein bei-mir-Sein.Alles in einem Jahr.
Was alles in einem Jahr passieren kann.
Von miteinander - die Hände des anderen haltend - Zedernholz verbrennen lassen, bis zum gemeinsamen im Bett liegen - Arm in Arm - Filme schauen und kuscheln.
Alles, was wir im Kontakt mit anderen Menschen lernen können, sind
neue Beziehungserfahrungen, neue Möglichkeiten im Umgang miteinander,
eine breitere Auswahl an Handlungs- und Erlebensmöglichkeiten, mit Freunden.Von dir habe ich gelernt, dass ich für Nähe nicht gleich mit jemanden zusammen sein muss. Das sowas auch unter Freunden möglich ist.
Eine Balance finden zwischen wir liegen in Zweisamkeit im Bett und
später gehst du wieder und rufst nicht an.Von du hörst dir meinen ganzen Schmerz an, bis zu deinem Selbstschutz, bei dem du dir kein bisschen von dem Scheiß anhörst, der mir durch den Kopf geht.
Dann sitzt du da, erzählst selber von deinen Liebesgeschichten, während es in dir brodelt und dich schon längst die Gefühle des Verlustes und des Ungewissen ergriffen haben. Dann stehe ich da, lege die nächste Platte auf und höre dir gespannt und unbegreiflich zu, wie du das nur für dich behalten konntest.
Und so kommt die nächste Party, nach der ich zerrüttet und serotoninentleert in deinen Armen liege, wir Filme schauen und du später wieder gehst und nicht anrufst.
So ganz unverbindlich, vorbildlich.
Kein müssen, kein sollen; nur dürfen und wollen.
Gemeinsam jeder für sich.Und sonst so? Sonst werfen wir Sherry in die Winde für Rasmus, damit er unsere Segel Richtung Norden bläst, auf zu neuen Städten auf fremden Inseln und neuen Erlebnissen.
“Trinken Sie da Alkohol?”
“Nein, das ist Sherry!”Und für all das bin ich dir sehr dankbar und freue mich schon auf das nächste mit dir durch die Straßen ziehen, während wir unzählige Biere in uns laufen lassen und Kippen rauchend Arm ind Arm in fremden Häusereingängen sitzen und über Sex reden.
Danke!
Vier Jahre.
Begegnen wir uns, fallen nicht viele Worte.
Ein kurzes Hallo durchtränkt von Unsicherheit, dem Ungewissen und Schmerz.Sehen wir uns, schnellt der Blick stracks in die Ferne.
In die Ferne des eigenen Seins.
Ist nicht viel Farbe, dort im nebulösen Selbst.Hören wir uns, möchten sich die Ohren schließen,
doch sie bleiben hellhörig offen; gespannt! Was der andere wohl sagen wird?
Lieblich-friedlich wie eh und je erfüllst du dann den Raum.Andernorts tönt lyrisches Geplapper von der Bühne her.
Hinten stehend gerade angekommen hör’ ich nicht viel; doch erblicke dich sofort, dort in der dritten Reihe sitzend und schaue ergriffen zu dir.
Niemand sonst erfüllt meine Augen in so bunter Schärfe.
Ringsherum verblassen die Massen.Träumerisch in Gedanken gefangen sitze ich schon längst neben dir;
und wir lachen, spaßen und fühlen uns verbunden.Doch so wie mich der Schmerz jeden Tag weiterträgt, muss ich nicht viel Mühe aufbringen. Werde hin zur Nacht getrieben, durch meine Träume gegeißelt und vom Klingeln des Weckers aus dem Schlaf gerissen - während mich der Traum entgegenstrebend rück zum Schlaf zerrt. Kein entkommen.
So blicken meine Augen selbst am Tage ins Innere,
während das kühle Draußen nur verschwommen hinein gelangt.Da ist kein Nichts wo du warst, ich seh’ nur dich wo du warst.
Zeitgefühle.
In manchen Stunden erscheint das Leben viel zu kurz
für Unausgesprochenes;um dann zu spüren,
dass es in diesem Schmerz viel zu lange dauern wird.Psychology claims that if two past lovers can remain just friends, it’s either they are still in love, or never were.
Fabelwesen.
Froh und munter stehst du da,
nicht weit entfernt, bin ich dir nah.Pflichtvergessen, in weichen Kleidern;
sanft ergriffen, doch wirkst fremd.Bekannt, vertraut,
so fern, unwahr;hör’ ich deinen Lippenklang:
ruhige Worte, Meeresfrieden,
kuschelweich, ja zum verlieben.